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Fee und Ferkel

illustriert von Sabine Wilharm

Roswitha und Fernande sind Freundinnen - und Feen! Mit Zauberei haben sie jedoch beide nichts am Hut. Das ändert sich, als Fernande zur "besten guten Fee" gewählt werden soll und Roswitha vor Neid fast platzt. Selbst Ferkel Fritz erwacht aus süßen Schokoladenträumen, als er erfährt, dass man beim großen Feenwettbewerb etwas gewinnen kann - ein "Lokal", wie er versteht. Doch das ist nicht der einzige Irrtum. Um ein Haar endet Fernandes geliebtes Ferkel als knuspriger Schweinebraten und ein ganzes Dorf steht Kopf.

Eine nicht ganz ernst gemeinte Abhandlung über Gut und Böse, Schwarz und Weiß, mit vielen farbigen Illustrationen von Sabine Wilharm.

Hörbuch

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In aller Welt
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Leseprobe

Roswitha ist wütend. Es reicht, dass Fernande immer und ewig beim Kartenspiel gewinnt. Auf keinen Fall darf sie auch noch beste gute Fee werden. 
Sie pflückt eine Tollkirsche vom Strauch und dreht sie nachdenklich zwischen den Fingern.
"Und wenn sie nun krank wird? Dann kann sie nicht beim Feenwettbewerb erscheinen. Und wenn sie nicht erscheint, kann sie nicht gewinnen. Und wenn sie nicht gewinnt, dann gewinne ich!" Nein, das geht nicht, sie kann Fernande doch nicht vergiften! Eine gute Fee tut so etwas nicht.
Roswitha läuft ins Haus, steigt auf einen Stuhl und zieht vom Regal ein dickes Buch mit dem Titel Feenzauber von A - Z. Ungeduldig blättert sie die Seiten um. "Ohrwürmer, nein, Pestbeulen, auch nicht, Ringelröteln, Quatsch! Aber hier: Schlafzauber, das ist es!" Sie liest laut: "Schlafzauber in Verbindung mit süßen Träumen - siehe auch Kapitel über Tagträume - zählt eindeutig zur weißen Magie".
Roswitha legt das Buch zurück und steigt vom Stuhl. "Na also, Fernande wird vierundzwanzig Stunden schlafen und wenn sie am Sonntagmorgen aufwacht, ist der Feenwettbewerb vorbei und der Pokal gehört mir!"
Aber wo steckt nur schon wieder der Feenstab? "Am Montag hab ich gezaubert, dann kam die Glitzerfee und dann ist sie gegangen und dann ...", murmelt Roswitha und versucht verzweifelt sich zu erinnern, was sie mit ihrem Feenstab angestellt hat.
Da fällt ihr etwas ein. Auf dem Tisch liegt immer noch der Feenkatalog. Natürlich! Auf S. 747 gibt es dreizehn verschiedene Modelle von Feenstäben: zierlich-schlanke aus Silber für die modebewusste Fee, knorzig-derbe aus Holz für die, die es natürlich mögen, sogar ein abwaschbarer Feenstab aus rosa Plastik wird angeboten. Roswitha entscheidet sich für einen schlichten schwarzen Stab und tippt mit dem Finger auf die Bestellnummer, da leuchtet am unteren Ende der Seite eine Schrift auf. Bitte beachten Sie, dass die Lieferzeit für Feenstäbe mindestens siebenundsiebzig Tage beträgt. 
Wütend schlägt Roswitha den Katalog zu. "Hmpf! Dann eben doch Tollkirschen!"
Sie geht in den Garten und will gerade eine Feuerbohnenranke zurückbinden, da fällt ihr Blick auf einen Stock, der in der Erde steckt.
"Da ist er ja!", ruft sie erfreut. "Ich hab die Bohnen daran fest gebunden!"
Sie wischt den Stab an ihrem Rock ab und trägt das kostbare Stück vorsichtig ins Haus. Nun kann nichts mehr schief gehen.
 

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