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Weihnachtsmänner küsst man nicht

illustriert von Sabine Wilharm

Endlich hat auch Pauline mal was zum Angeben,
nicht immer nur ihre Freundin Hanna: sie ist
nämlich mit dem Weihnachtsmann befreundet
und hat mit ihm so viel Spaß wie schon lange nicht
mehr. Nur die Mama küssen, das darf er nicht, denn
Männer, die Mama küssen, kann Pauline nicht leiden.

Bis dann kurz vor Heiligabend der ganze Schwindel auffliegt. Aber da hat Pauline ihre Meinung über küssende (Weihnachts-)Männer schon geändert. Sie weiß es nur noch nicht.
Eine Geschichte für alle, die noch an den Weihnachtsmann glauben.

auch als Taschenbuch
bei Fischer Schatzinsel

Hörbuch

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In aller Welt
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Leseprobe

Auf einem rosa Töpfchen sitzt eine Babypuppe mit rosa Strampelanzug und nuckelt am Daumen.
Pauline zieht ihr den Daumen aus dem Mund.
Die Puppe klappert mit den Augendeckeln, dann lacht sie glucksend.
"Ob der das Lachen wohl vergeht, wenn man ihr eine runterhaut?", flüstert der Weihnachtsmann Pauline zu.
Pauline kichert. "Das darf man doch nicht."
"Und ob! Schließlich muss ich wissen, was ich da verschenke." Der Weihnachtsmann gibt der Puppe einen kräftigen Klaps auf die Backe. Die Puppe rülpst.
Pauline lacht. Die Puppe hört überhaupt nicht mehr auf zu rülpsen.
"Gleich kotzt sie!", sagt Pauline und macht einen Schritt zurück.
"Die muss man doch irgendwo abstellen können." Der Weihnachtsmann fummelt an dem Strampelanzug herum. Dann ohrfeigt er die Puppe noch einmal.
"Was machen Sie denn da?", ruft eine Frau empört. "Babys schlagen! Ja gibt's denn sowas?"
"Die Puppe hat Schluckauf", sagt der Weihnachtsmann entschuldigend.
Nun werden auch andere auf sie aufmerksam.
Ein kleiner Junge zupft den Weihnachtsmann am Mantel: "Hast du mir was mitgebracht?"
"Darf ich mal deinen Bart anfassen?", fragt ein Mädchen schüchtern und eine dicke Dame ruft: "Könnense die Carmen mal hochheben, damit ich ein Photo machen kann?"
"Ich will aber zuerst ein Geschenk!", quengelt der kleine Junge.
Immer mehr Menschen drängen sich jetzt um den Weihnachtsmann, und der sieht nicht sehr glücklich aus.
Ein Mann schiebt sich durch die Menge. "Was machen Sie denn hier?", bellt er. "Sie sollen unten vorm Eingang stehen, für die Spielzeugabteilung sind sie erst an Nikolaus gebucht."
"Hören Sie, das ist ein Missverständnis, ich bin doch nur ...", beginnt der Weihnachtsmann.
"Sie sind engagiert, um unser Werbematerial zu verteilen oder etwa nicht?"
"Werbung soll ich machen, für so einen Mist?" Der Weihnachtsmann zeigt auf die Puppe, die fröhlich vor sich hin rülpst. "Das ist doch keine Puppe, das ist ein Monster!"
Der Kaufhausangestellte schnappt nach Luft.
Der Weihnachtsmann greift Pauline an der Hand: "Ich glaube, wir verschwinden hier besser."
 

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