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Immer wieder Frieda

illustriert von Sabine Wiemers

Die ebenso verfressene wie freche Frieda sorgt mit ihrer großen Klappe und verrückten Ideen dafür, dass ein Hinterhof zum spannendsten Ort der Welt wird - das findet jedenfalls Sebastian. Hausmeister Schmittke ist da allerdings ganz anderer Ansicht, aber den hat schließlich auch keiner gefragt.

Siebzehn in sich abgeschlossene Geschichten. Ideal auch zum Vorlesen.

Hörbuch

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In aller Welt
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Leseprobe

Eingesperrt!

Nun stellt sich Sebastian an die Mauer.
"Aber zähl' richtig", sagt Frieda noch, bevor sie fortläuft.
"Achtzehn, neunzehn, hundert", zählt Sebastian, dann dreht er sich um. Der Hof ist leer. Sebastian geht ins Quergebäude. Meistens hockt Frieda dort unter dem Treppenabsatz. Er geht hoch in den ersten Stock, aber auch hier keine Frieda. Zurück auf dem Hof stellt sich Sebastian auf Zehenspitzen und hebt den Deckel von einer der Mülltonnen. Frieda ist schließlich alles zuzutrauen. Nichts, nur Gestank. Aber dafür bemerkt er etwas anderes: Die Tür zum Keller ist einen Spalt geöffnet. Hat Frieda sich etwa im Keller versteckt? Sebastian würde das nie tun.Er weiß nicht, wovor er mehr Angst hat, vor dem modrigen Geruch oder der Dunkelheit.
Sebastian schiebt vorsichtig einen Fuß in die Tür. Da hört er Schritte im Vorderhaus, Schritte, die er nur zu gut kennt. Sebastian überlegt nicht lange, er macht die Tür auf, schlüpft in den finsteren Gang dahinter und bleibt mit klopfendem Herzen neben der Tür stehen, die sich mit langgezogenem Quietschen wieder schließt.
"Verdammt noch eins!", hört er Herrn Schmittke, den Hausmeister, sagen. "Da hat doch wieder einer den Keller offengelassen!" Ein Schlüssel dreht sich im Schloss.
Sebastian bekommt einen großen Schreck: Er ist eingesperrt, eingesperrt in diesem schrecklichen, schwarzen Keller.
"Frieda!", flüstert er. "Frieda! Bist du da?"
Jetzt kommt jemand die Kellertreppe herauf. Und wenn es nun nicht Frieda ist, sondern ein Gespenst? Eins von denen, die ihren Kopf unter dem Arm tragen und fürchterlich stöhnen. Sebastian hält sich die Augen zu, aber da tippt es ihn schon an die Schulter:
"Ich bin's doch bloß, du Hasenfuß!"
Was für ein Glück! Es ist Frieda, sie hat das Licht angemacht.
"Gutes Versteck, nicht?", sagt sie. "Wenn ich jetzt nicht hochgekommen wäre, hättest du mich nie gefunden."
"Wir können nicht mehr raus, Frieda!", klagt Sebastian. "Der Schmittke hat uns eingeschlossen."
Frieda rüttelt an der Tür, aber die ist zu.
"Und was machen wir jetzt?", fragt sie.
"Das weiß ich doch nicht! Kannst du nicht zaubern, dass die Tür wieder aufgeht?", schluchzt Sebastian.
Frieda kaut nachdenklich auf ihrem Pferdeschwanz herum, dann sagt sie: "Unterirdisch hab ich keine Zauberkraft, zum Zaubern braucht man frische Luft."
Sebastian ist verzweifelt. "Müssen wir jetzt für immer hierbleiben?"
"Komm erst mal mit die Treppe runter", erwidert Frieda und nimmt ihn an die Hand. "Unten steht ein altes Sofa. Wir setzen uns drauf und dann machen wir einen Plan."

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