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Jojo macht das schon - Viermal Pizza Napoli

illustriert von Marine Ludin

"Dieses angenehme Kribbeln im Bauch hat man nur ein einziges Mal im Jahr: am ersten Tag der großen Ferien!" Leider ist Johannes' Reiseziel dann doch nicht Neapel, sondern Nordsee - samt nervender Schwester, Mücken und einem Meer, das nie da ist, wenn man es braucht. Aber da taucht Manon auf und prompt hat das Kribbeln im Bauch eine ganz andere Ursache. Und gerade, als Jojo und Melly beginnen sich wohl zu fühlen , als auch Papa dem Urlaub Geschmack abgewinnt, da schlägt das Schicksal zu.

Fortsetzung von
"Jojo macht das schon - Fische haben keinen Po".

Hörbuch

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In aller Welt
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Leseprobe

Beim Topfschlagen gab es den ersten Ärger. Nathalie haute mit dem Holzlöffel Janina so doll aufs Knie, dass die mit Brüllen überhaupt nicht mehr aufhörte und einen Extrapreis bekommen musste. Viola klopfte mit dem Löffel nicht auf den Boden, sondern hieb damit durch die Luft und schlug eine Schachtel mit Reißzwecken vom Tisch. Die lagen da noch vom Girlandenbefestigen. Mama sauste sofort los, Schaufel und Besen zu holen, während ich gerade noch verhindern konnte, dass Viola sich mit ihrem dicken Hintern in die Reißnägel setzte.
"Wollen wir ein Lied singen, Kinder?", rief Mama krampfhaft fröhlich. "Johannes begleitet euch am Klavier."
Sie wollten nicht. Sie wollten das neue Video angucken. Aber das wollte Mama nicht.
"Lass sie doch", sagte ich leise zu ihr. "Dann ist wenigstens Ruhe.
"Das geht doch nicht, nicht am Geburtstag, wenn die das zu Hause erzählen ..."
Mir wäre das ja piepegal gewesen, aber Mama legt Wert auf so Sachen wie Phantasie und Kreativität, und das alles wird durchs Fernsehen versaut, sagt sie immer.
"Wir gehen an meinem Geburtstag immer zu McDonald's!", rief Viola.
"Und zu uns kommt ein richtiger Zauberer!", trumpfte Nathalie auf.
"Wir gehen ins Kino und essen Popcorn", sagte Jessica.
"Hier ist's ja langweilig", meinte Janina.
Melly war den Tränen nah und ich sah, wie es in ihrem Kopf arbeitete.
"Kaspertheater! Jojo soll Kaspertheater spielen!"
"Auja!", riefen alle. "Kaspertheater."
"Nein!", sagte ich. "Auf keinen Fall."
"Bitte, Johannes", flehte Mama und sah mich so verzweifelt an, dass ich ja sagen musste.
Wenn ich Kaspertheater für Melly spiele, dann immer das, was mir gerade so einfällt, meistens was Gruseliges. Und auch diesmal hatte ich mir den Zauberer, den Räuber und das Krokodil zurechtgelegt.
Aber bis zum Krokodil kam ich gar nicht erst. Denn schon als der Räuber auftauchte und mit dumpfer Stimme drohte: "Du kommst jetzt mit, Prinzessin, sonst jag ich dir mein Messer zwischen die Rippen!", fing Viola an zu heulen und Janina musste aufs Klo. Jessica wollte unbedingt die blonden Haare der Prinzessin kämmen, und Melly bestand darauf, dass ihr Killerwal die Hauptrolle spielte. An einen geordneten Ablauf des Stückes war natürlich nicht mehr zu denken.
"Jessica, hau ab mit dem Kamm!", schrie Melly.
"Der Wal verschwindet von der Bühne!", rief ich.
"Hat der Räuber wirklich ein Messer? Macht er die Prinzessin wirklich tot?", schluchzte Viola und hielt sich die Augen zu, und vom Klo her tönte es fröhlich: "Ich hab gekackt, ich hab gekackt!"
 

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