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Mein kleiner Monsterbruder

oder: Die besten Rabeneltern der Welt
illustriert von Amelie Glienke

Prinz in der Familie König ist eindeutig der kleine Moritz, von seiner Schwester Charlotte auch "Monster" genannt. Moritz darf alles, um den dreht sich alles, für den sind Mama und Papa immer da, während von Charlotte Verständnis und Geduld erwartet werden. Weder ihr größter Geburtstagswunsch noch ihre kleinen Alltagssorgen werden von den Eltern wahrgenommen. Rabeneltern! Charlotte beschließt es mit anderen Eltern zu probieren und erlebt dabei die merkwürdigsten Dinge.
Eine humorvolle Geschichte von Eifersucht, Verantwortungsgefühl und Liebe in der Familie.

auch als Hardcover bei Dressler

Hörbuch

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In aller Welt
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Leseprobe

"Hau ab, du ... du Trampeltier!", brüllt Charlotte.
Moritz ist mitten durch den Himmel gelatscht.
Blaue Puzzleteilchen liegen überall im Zimmer verstreut.
Eine Ewigkeit hat Charlotte gebraucht, um den Himmel zusammenzusetzen, der sich strahlend blau über dem weißen Schloss der Schwanenprinzessin wölbt.
Sie rutscht auf dem Boden herum, um die Teile aufzuklauben. Und wo ist das Teil mit der Wolke?
Natürlich! Moritz kaut darauf herum.
"Gib das sofort her!", ruft Charlotte und zerrt ein feuchtes Stück Pappe aus Moritz' Mund.
"Alla!", greint Moritz. "Alla!"
"Du Blödi, das ist doch kein Schnuller. Aber wenn du Papier so lecker findest, bitte!" Charlotte hält ihm ein blaues Heft hin. "Beiß schön rein, dann muss ich heute keine Hausaufgaben machen."
Aber Moritz lässt das Heft achtlos fallen und watschelt auf das Puppenhaus zu. Mit einem fröhlichen "Dadada!" greift er ins Wohnzimmer, legt seine kekskrümelschmierige Pfote auf den frischgedeckten Tisch Teetisch und schließt seine Finger wie eine Baggerschaufel.
"Nein!", schreit Charlotte und reißt Moritz am Arm. Zu spät, die klitzekleine Teekanne aus geblümtem Porzellan fällt runter und zerbricht in zwei Teile.
"Moritz König, du bist ein Monster", sagt Charlotte, "das grässlichste aller grässlichen Monster!"
Seine Lippe zittert, sein Mund öffnet sich, er holt tief Luft, und Charlotte hält sich die Ohren zu, um das Geschrei nicht zu hören.
Aber Mama hört es natürlich. Sofort steht sie im Zimmer und nimmt Moritz auf den Arm, spricht tröstend auf ihn ein und wischt ihm die Tränen vom Gesicht.
"Charlotte!", sagt Mama, sonst nichts, nur "Charlotte" in diesem vorwurfsvollen Ton, der Charlotte immer ganz klein werden lässt.
 

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