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Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft

illustriert von Isabel Kreitz

Wer wird dem 12-jährigen Felix jemals glauben, dass er die von allen gehasste Mathelehrerin auf die Größe von 15,3 cm geschrumpft hat? Er weiß ja selbst nicht, wie es passiert ist. Aber das Problem hat er nun am Hals, genauer gesagt in der Hosentasche. Denn da steckt sie jetzt, die Mathelehrerin, und ist noch immer am schimpfen.
Wie kann Felix sie nur wieder groß bekommen?
Auf der Suche nach der Ursache der Verwandlung wird
Felix immer mutiger und lässt sich zunehmend weniger herumkommandieren - vor allem aber  stößt er auf eine unglaubliche Geschichte, die vor hundert Jahren geschehen sein soll ...

Hörbuch

CoverSabine Ludwig

Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft

gelesen vonmit Christoph Both, Sibylle Kuhne u.a.
Hörspiel-Bearbeitung
Sabine Ludwig
VerlagOetinger audio
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Spannend wie ein Krimi, dabei voll schräger Momente und Situationskomik inszeniert das Hörspiel den gleichnamigen Roman der renommierten Kinderbuchautorin Sabine Ludwig absolut gelungen. Und spricht dabei so manch gepeinigtem Schüler direkt aus der Seele.
Badische Zeitung


hr2 Hörbuch-Bestenliste 09/2008
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In aller Welt
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Leseprobe

Ich nahm den stinkenden Lappen und fuhr damit über die Tafel. Es staubte, ich musste husten. Vor Wut war mir ganz schlecht. "Alte Hexe", murmelte ich. "Böse alte Hexe."
Plötzlich gruben sich Finger in meinen Ärmel.
"Was hast du gesagt?", kreischte eine Stimme.
Himmel, wieso war die noch da?
"Du hast alte Hexe gesagt! Ich hab's genau gehört!"
Ihr Gesicht kam mir jetzt ganz nah, immer riesiger wurden ihre Augen hinter den Brillengläsern, furchtbare Worte fielen aus ihrem Mund: "Tadel ... Direktor ... Schulverweis!"
Ich dachte daran, was mir meine Mutter einmal gesagt hat: "Wenn du vor jemandem große Angst hast, musst du ihn dir einfach in Unterhosen vorstellen oder lass ihn in Gedanken immer kleiner werden. Du wirst sehen, das funktioniert."
In Unterhosen wollte ich mir die Schmitt-Gössenwein auf keinen Fall vorstellen! Und während sie weiter keifte, ließ ich sie einfach kleiner werden. Jetzt ging sie mir nur noch bis zur Schulter, dann bis zum Bauch. Dabei hielt sie sich an meinem Ärmel fest und schimpfte wie ein Rohrspatz. Nun reichten ihre Füße nicht mehr auf den Boden. Wie eine Klette hing sie an mir dran, dabei schrumpfte sie weiter. Jetzt war's genug. Ich blinzelte ein paar Mal in der Erwartung, sie würde nun wieder ihre alte Gestalt annehmen. Aber das geschah nicht. Inzwischen war sie kaum größer als meine Hand.
Auf dem Gang waren Schritte zu hören. Michalski betrat die Klasse.
"Was machst'n du noch hier? Um ein Haar hätte ich dich eingeschlossen." Er steckte den Schlüssel ins Schloss. "Jetzt aber schnell raus, sonst musste nämlich die Ferien in der Schule verbringen."
Ohne nachzudenken hatte ich die Schmitt-Gössenwein von meinem Ärmel gezupft wie ein Insekt und in meine Jackentasche gestopft. Ich hielt die Tasche zu und spürte, wie es darin rumorte. Bloß weg hier, ehe jemand merkte, was ich angerichtet hatte! Ich stürzte an Michalski vorbei aus der Klasse und wäre fast über Boss gestolpert, der mitten im Gang saß. Er schnüffelte an meiner Jackentasche und fing an zu knurren.
"Was haste denn da drin?", fragte Michalski. "Ne Leberwurststulle? Boss liebt nämlich Leberwurst."
"Jaja, Leberwurst", stieß ich hervor und lief den Gang entlang, die Treppe hinunter, stieß mit einer Hand das schwere Schultor auf und rannte wie von Furien gejagt über den Hof.
"Das träume ich nur. Bitte, bitte, lieber Gott, lass das alles einen Traum sein."
 

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